16 - Hatta hana haba a: Köln
Sonntag, 09.02.2020
(von Tobias Schmitz und Felix Rathert)
Nach dem Programm der letzten zwei Wochen ähnelte unser Auftreten eher einer Zombietruppe als dem agiler Studierenden. Leere Augen, leichte Tränensäcke und chronische Müdigkeit machten sich breit. Daher gingen wir die letzten Tage im wunderschönen Tel Aviv etwas ruhiger an. Jeder freute sich bereits auf entspannende Sonnenstunden am Stadtstrand. Doch mit dem Timing haben wir es momentan nicht so ganz, wie wir an mehreren Stellen erfahren mussten. Beispielsweise beim Wetter. Denn ausgerechnet an den freien Tagen dachte sich Tel Aviv: schlechtes Wetter? Kann ick.
Timing ist auch das große Stichwort im Zusammenhang mit dem verschobenen Firmenbesuch bei Roots. Mit großer Vorfreude stehen wir freitags um 8 Uhr am Bus, bereit für eine fast zweistündige Busfahrt - die entsprechenden Tickets im Gepäck. Dachten wir. Wie sich rausstellte, können Tagestickets um 23 Uhr abends trotz mehrfacher Bestellung für „tomorrow“ noch für den gleichen Tag ausgestellt werden. Den Kauf rückgängig zu machen oder neue Tickets auszustellen – unmöglich. Selbst ein halbstündiges Telefonat mit der Hotline brachte uns nicht weiter. Wir sollten doch bitte die Geschäftsstelle aufsuchen (mit Reisepass) und dort einen entsprechenden Prozess anstoßen. Nach fast einer Stunde gaben wir auf. Der Bus ist längst abgefahren, der Termin unmöglich haltbar. Frustriert und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch sagten wir letztendlich ab.
Nach dieser aufreibenden Stresssituation mussten sich alle erst kurz sammeln. Da mit dem Besuch von Roots unser letzter fester Programmpunkt beendet war, konnten wir die restliche Zeit frei gestalten. Nach kurzer Erholung im Hostel ging es also wieder auf Entdeckungstour. Durch verschiedene kleine Viertel mit Kunst und Mode Boutiquen sowie Humusläden ging es zu unserem Ziel, dem Carmel Market. Mit leichten Verlusten, die Kunst war dann doch zu interessant, teilten wir uns am Markt auf, um die lokalen Spezialitäten zu erkunden. Glücklicherweise warf der Shabbat bereits seine Schatten voraus und wie schon in Jerusalem war die Stimmung in den einzelnen Bars und Restaurants einmalig. Das vielfältige Angebot verlockte nahezu zum Einkehren und Ausprobieren. Für Verwirrung auf israelischer Seite sorgten wir stets durch das penible Abrechnen pro Person von „the germans“.
Gut genährt ging es in Richtung Strand. Noch war das Wetter gut, sodass wir diesen Ausflug mit einem uns gut bekannten Braugetränk in der Hand gestalten und die Sonne genießen konnten. Erst gegen Abend versammelten sich die verschiedenen Gruppen allmählig wieder am Abrahams Hostel um den Sonnenuntergang auf der eigenen Dachterrasse zu genießen. Hier machte sich wiedermal der Verschleiß bemerkbar. Immer mehr von uns nutzten kleinere Pausen für ein Nickerchen oder - wie wir es nennen - „nen Olli machen“. Ob gewollt oder aus Versehen, da steckt man halt nicht drin.
Während unsere letzten Tage in Israel meist der Erkundung Tel Avivs bzw. der Altstadt Jaffa gewidmet waren, konnten wir ab jetzt den Abend etwas freier gestalten. Morgens gab es schließlich keine Pflichttermine mehr. Das abwechslungsreiche Abendprogramm des Abraham Hostel war stets ein guter Einstieg für uns. Von 90er Party, über Hiphop bis hin zum Auftritt einer Live-Band war alles geboten. Die ausgesprochen gemütliche Atmosphäre gemeinsam mit den üblichen Erfrischungsgetränken führten stets zu stimmungsvollen Abenden.
Denjenigen den das nicht reichte, hatte Tel Aviv zudem ein exklusives Nachtleben zu bieten. Zum ersten Mal auf dieser Reise gingen wir extern feiern. Das musste ausgenutzt werden. Die letzten Reserven wurden angezapft (Kraft und Geld) um bis kurz vor Sonnenaufgang zu zappeln. Wer feiern kann, kann auch aufstehen, also ging es am nächsten Tag wieder raus aus den Federn und ab in die Stadt.
An den letzten beiden Tagen kam es mehr und mehr dazu, dass wir in kleineren Gruppen loszogen. Hauptsächlich wegen unterschiedlichem Schlafbedarf. Getreu unserem Motto „Heute Falafel, morgen Falafel, immer Falafel, Falafel jeden Tag“ wurde eben jene Falafel (ja genau, Falafel) zu unserem Leibgericht. Manchen war es am Ende dann ein Tick too much, andere konnten nicht genug bekommen. Daher wurden kreative Lösungen wie FatDog und Shawarma Laffa ausprobiert und für gut befunden. Gegen Abend trafen wir uns stets zu einem gemeinsamen Essen.
Da Herr Lippold aufgrund der geplanten Stolpersteinverlegung an seinem Haus bereits früher abreisen musste, hatten wir unseren letzten gemeinsamen Abend bereits am Samstag. Wir nutzten diese Gelegenheit Ihm unseren Dank auszudrücken. Zusätzlich zu dem im folgenden Absatz geschriebenen Dank, überreichten wir Ihm als Andenken und Symbol passend zur Reise eine Mesusa. Diese werden traditionell rechten Türrahmen der Eingänge jüdischer Haushalte angebracht. Dadurch soll das Haus und seine Bewohner beschützt werden. Zusätzlich erinnert das Geschenk an unsere Studienreise.
Vielen Dank an Herrn Lippold
An dieser Stelle möchten wir uns als Gruppe herzlich bei Herrn Lippold bedanken. Mit der Organisation dieser Reise hat er es uns allen ermöglicht unvergessliche Erinnerungen zu sammeln.
Die letzten Blogberichte haben gezeigt, dass es eine beeindruckende und intensive Reise war. Diese Studienreise zeichnet sich durch ihre Kontraste, Vielseitigkeit und ihre Superlative aus.
Wir haben zwei Weltwunder besucht. Von den 4.000 Jahre alten Ägyptern, über 2.000 Jahre alte Nabathäer und Römer bis hin zu unserer vergleichsweisen jungen deutschen Geschichte des Holocaust. Der Besuch in Bethlehem (Palästina) hat uns die Konflikte der Gegenwart aufgezeigt. In Jerusalem beschäftigten wir uns mit den Ursprüngen des Christentums, Judentums und des Islam. Am toten Meer waren wir am tiefsten Punkt und am salzigsten Gewässer der Erde.
Zusätzlich haben wir einige Firmen und Organisationen besucht. Vom Handwerksbetrieb über traditionelle Mittelständler zu Start-Ups bis zu internationalen Großkonzernen. Von Low- bis High-Tech. Es war alles dabei.
Diese Menge an Eindrücken ist nicht in zwei Wochen zu verarbeiten, sodass wir alle noch lange von dieser Reise zehren werden.
Bei diesem dichten Programm, das jedem Teilnehmer an einigen Punkten persönliche Grenzen aufgezeigt hat, hatten wir eine harmonische Zeit in der Reisegruppe und viel Spaß zusammen.
Vielen Dank, dass Sie uns diese Reise und die Erinnerungen ermöglicht haben, Herr Lippold!
(von Tobias Schmitz und Felix Rathert)
Nach dem Programm der letzten zwei Wochen ähnelte unser Auftreten eher einer Zombietruppe als dem agiler Studierenden. Leere Augen, leichte Tränensäcke und chronische Müdigkeit machten sich breit. Daher gingen wir die letzten Tage im wunderschönen Tel Aviv etwas ruhiger an. Jeder freute sich bereits auf entspannende Sonnenstunden am Stadtstrand. Doch mit dem Timing haben wir es momentan nicht so ganz, wie wir an mehreren Stellen erfahren mussten. Beispielsweise beim Wetter. Denn ausgerechnet an den freien Tagen dachte sich Tel Aviv: schlechtes Wetter? Kann ick.
Timing ist auch das große Stichwort im Zusammenhang mit dem verschobenen Firmenbesuch bei Roots. Mit großer Vorfreude stehen wir freitags um 8 Uhr am Bus, bereit für eine fast zweistündige Busfahrt - die entsprechenden Tickets im Gepäck. Dachten wir. Wie sich rausstellte, können Tagestickets um 23 Uhr abends trotz mehrfacher Bestellung für „tomorrow“ noch für den gleichen Tag ausgestellt werden. Den Kauf rückgängig zu machen oder neue Tickets auszustellen – unmöglich. Selbst ein halbstündiges Telefonat mit der Hotline brachte uns nicht weiter. Wir sollten doch bitte die Geschäftsstelle aufsuchen (mit Reisepass) und dort einen entsprechenden Prozess anstoßen. Nach fast einer Stunde gaben wir auf. Der Bus ist längst abgefahren, der Termin unmöglich haltbar. Frustriert und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch sagten wir letztendlich ab.
Nach dieser aufreibenden Stresssituation mussten sich alle erst kurz sammeln. Da mit dem Besuch von Roots unser letzter fester Programmpunkt beendet war, konnten wir die restliche Zeit frei gestalten. Nach kurzer Erholung im Hostel ging es also wieder auf Entdeckungstour. Durch verschiedene kleine Viertel mit Kunst und Mode Boutiquen sowie Humusläden ging es zu unserem Ziel, dem Carmel Market. Mit leichten Verlusten, die Kunst war dann doch zu interessant, teilten wir uns am Markt auf, um die lokalen Spezialitäten zu erkunden. Glücklicherweise warf der Shabbat bereits seine Schatten voraus und wie schon in Jerusalem war die Stimmung in den einzelnen Bars und Restaurants einmalig. Das vielfältige Angebot verlockte nahezu zum Einkehren und Ausprobieren. Für Verwirrung auf israelischer Seite sorgten wir stets durch das penible Abrechnen pro Person von „the germans“.
Gut genährt ging es in Richtung Strand. Noch war das Wetter gut, sodass wir diesen Ausflug mit einem uns gut bekannten Braugetränk in der Hand gestalten und die Sonne genießen konnten. Erst gegen Abend versammelten sich die verschiedenen Gruppen allmählig wieder am Abrahams Hostel um den Sonnenuntergang auf der eigenen Dachterrasse zu genießen. Hier machte sich wiedermal der Verschleiß bemerkbar. Immer mehr von uns nutzten kleinere Pausen für ein Nickerchen oder - wie wir es nennen - „nen Olli machen“. Ob gewollt oder aus Versehen, da steckt man halt nicht drin.
Während unsere letzten Tage in Israel meist der Erkundung Tel Avivs bzw. der Altstadt Jaffa gewidmet waren, konnten wir ab jetzt den Abend etwas freier gestalten. Morgens gab es schließlich keine Pflichttermine mehr. Das abwechslungsreiche Abendprogramm des Abraham Hostel war stets ein guter Einstieg für uns. Von 90er Party, über Hiphop bis hin zum Auftritt einer Live-Band war alles geboten. Die ausgesprochen gemütliche Atmosphäre gemeinsam mit den üblichen Erfrischungsgetränken führten stets zu stimmungsvollen Abenden.
Denjenigen den das nicht reichte, hatte Tel Aviv zudem ein exklusives Nachtleben zu bieten. Zum ersten Mal auf dieser Reise gingen wir extern feiern. Das musste ausgenutzt werden. Die letzten Reserven wurden angezapft (Kraft und Geld) um bis kurz vor Sonnenaufgang zu zappeln. Wer feiern kann, kann auch aufstehen, also ging es am nächsten Tag wieder raus aus den Federn und ab in die Stadt.
An den letzten beiden Tagen kam es mehr und mehr dazu, dass wir in kleineren Gruppen loszogen. Hauptsächlich wegen unterschiedlichem Schlafbedarf. Getreu unserem Motto „Heute Falafel, morgen Falafel, immer Falafel, Falafel jeden Tag“ wurde eben jene Falafel (ja genau, Falafel) zu unserem Leibgericht. Manchen war es am Ende dann ein Tick too much, andere konnten nicht genug bekommen. Daher wurden kreative Lösungen wie FatDog und Shawarma Laffa ausprobiert und für gut befunden. Gegen Abend trafen wir uns stets zu einem gemeinsamen Essen.
Da Herr Lippold aufgrund der geplanten Stolpersteinverlegung an seinem Haus bereits früher abreisen musste, hatten wir unseren letzten gemeinsamen Abend bereits am Samstag. Wir nutzten diese Gelegenheit Ihm unseren Dank auszudrücken. Zusätzlich zu dem im folgenden Absatz geschriebenen Dank, überreichten wir Ihm als Andenken und Symbol passend zur Reise eine Mesusa. Diese werden traditionell rechten Türrahmen der Eingänge jüdischer Haushalte angebracht. Dadurch soll das Haus und seine Bewohner beschützt werden. Zusätzlich erinnert das Geschenk an unsere Studienreise.
Vielen Dank an Herrn Lippold
An dieser Stelle möchten wir uns als Gruppe herzlich bei Herrn Lippold bedanken. Mit der Organisation dieser Reise hat er es uns allen ermöglicht unvergessliche Erinnerungen zu sammeln.
Die letzten Blogberichte haben gezeigt, dass es eine beeindruckende und intensive Reise war. Diese Studienreise zeichnet sich durch ihre Kontraste, Vielseitigkeit und ihre Superlative aus.
Wir haben zwei Weltwunder besucht. Von den 4.000 Jahre alten Ägyptern, über 2.000 Jahre alte Nabathäer und Römer bis hin zu unserer vergleichsweisen jungen deutschen Geschichte des Holocaust. Der Besuch in Bethlehem (Palästina) hat uns die Konflikte der Gegenwart aufgezeigt. In Jerusalem beschäftigten wir uns mit den Ursprüngen des Christentums, Judentums und des Islam. Am toten Meer waren wir am tiefsten Punkt und am salzigsten Gewässer der Erde.
Zusätzlich haben wir einige Firmen und Organisationen besucht. Vom Handwerksbetrieb über traditionelle Mittelständler zu Start-Ups bis zu internationalen Großkonzernen. Von Low- bis High-Tech. Es war alles dabei.
Diese Menge an Eindrücken ist nicht in zwei Wochen zu verarbeiten, sodass wir alle noch lange von dieser Reise zehren werden.
Bei diesem dichten Programm, das jedem Teilnehmer an einigen Punkten persönliche Grenzen aufgezeigt hat, hatten wir eine harmonische Zeit in der Reisegruppe und viel Spaß zusammen.
Vielen Dank, dass Sie uns diese Reise und die Erinnerungen ermöglicht haben, Herr Lippold!
PS: Wir freuen uns jetzt schon auf das geplante Nachtreffen!








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