2 - Kairo
Samstag, der 25.01.2020
(von Julia Lippold)
Unsere Gruppe vor dem Eingang des ägyptischen Museums
Beim Frühstück ändern wir auf Rat unseres Hotelbesitzers unsere Wochenendpläne. Heute jährt sich hier zum neunten mal die Revolution und daher weichen u.a. die Öffnungszeiten der Pyramiden ab. Wir entscheiden uns also zunächst das ägyptische Museum anzusehen und anschließend weiter Kairo zu besichtigen und stattdessen am Sonntag zu den Pyramiden zu fahren. Von den Ereignissen von 2011 bekommt man hier erstaunlich wenig mit,- und das, obwohl unser Hotel sich nur wenige Meter vom Tahrir-Platz entfernt befindet.
Gegen 9.45h brechen wir auf und können nun auch endlich ein paar warme Sonnenstrahlen genießen. Auch bei Tag ist Kairo sehr chaotisch. Verkehrsregeln haben nur Empfehlungscharakter, es gibt viele streunende Katzen und Hunden und Sicherheitskontrollen an allen Ecken. Auch beim Eintritt ins Museum müssen wir unsere Rucksäcke zwei mal durch einen Sicherheitsscanner geben. Allerdings hat man nicht das Gefühl, dass sich dabei jemand ansieht, was sich nun in den Rucksäcken befindet.
Das Museum erkunden wir auf eigenem Fuße. Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Etagen, deren Zentrum ein großes Atrium darstellst.
Schade ist dabei nur, dass viele Ausstellungsstücke nur spärlich bis gar nicht beschriftet sind. Auch werden die Ausstellungsstücke wenig geschützt. Direkt neben einer Statue zu Streichen ist hier weniger ein Problem.
Es herrscht generell eher Chaos. Das liegt zum Teil an Renovierungsarbeiten und zum Teil am geplanten Umzug vieler Ausstellungsstücke in das neue ägyptische Museum, welches 2020 nahe der ägyptischen Pyramiden öffnen soll. Und zum Teil ist es einfach so, wie es hier nunmal ist.
Gegen 12.30h gehen wir weiter. Wir spazieren durch die Straßen der Umgebung und staunen insbesondere über eine Straße, die sich auf Autos spezialisiert zu haben scheint. Und so machen wir unseren ersten "Firmenbesuch". In kleinen Läden findet man alles, was das Autoherz begehrt. Und die Reparaturen finden direkt auf der Straße statt. Die Menschen hier sind sehr freundlich und zeigen und erklären gerne alles.
Zu Mittag essen wir in einem empfohlenen Restaurant. Es gibt genau ein Gericht zur Auswahl, aber das schmeckt auch allen gut.
Danach wollen wir uns das koptische Viertel, hier auch als Alt-Kairo bezeichnet, ansehen. Dort befindet sich auch das koptische Museum, welches eine Ausstellung zum ägyptisch-orthodoxen Christentum beinhaltet.
Das Viertel erreichen wir mit der Metro. Für uns ungewöhnlich ist hier, dass es einen eigenen Wagon für Frauen gibt. Wir sind uns zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob er dem Schutz der Frauen oder dem Privileg der Männer dient. Später sehen wir, dass es auch am Bahnsteig Bereiche gibt, die nur für Frauen vorgesehen sind. Und am Abend haben wir nachgelesen, dass es sich hierbei eher um einen Schutz für Frauen handelt.
Am Nachmittag brechen wir Richtung Hotel auf. Einen ersten Stopp machen wir in einem einheimischen Café. Dort trinken wir einen schwarzen Tee,- unter vielen neugierigen Blicken. Aber auch hier werden wir sehr freundlich empfangen.
Anschließend geht es weiter Richtung Nil. Hier geht langsam die Sonne unter. Das bedeutet insbesondere, dass es schnell wieder kälter wird. Auf der rechten Seite dröhnt das Verkehrschaos an uns vorbei (man hupt hier auch sehr gerne), rechts befindet sich eine (fast) Idylle. Am Ufer des Nils wachsen viele Palmen. Leider ist hier aber auch viel Müll, und es tummeln sich noch mehr streunende Tiere.
Spontan entscheiden wir uns zu einer "Kreuzfahrt" auf dem Nil. Das war eine gute Entscheidung! Die Skyline unter den letzten Sonnenstrahlen sieht schön aus, und unser Bootsfahrer amüsiert sich bestens zu kölscher Karnevalsmusik. Nach etwa einer Stunde wird es aber auch hier immer kälter und so sind wir froh im Anschluss zügigen Schrittes zurück zum Hotel zu gehen.



Und hier für einige ein Highlight: Endlich eine Wegbeschreibung zu einem Laden, in dem man Bier kaufen kann. Alkohol ist hier auf der Straße wirklich kein Thema. Fragen nach Bier werden mit einem kopfschüttelndem Lachen beantwortet. Wir essen schnell in der Nähe zu Abend ("Nein, das ist vegetarisch. Das sind Zwiebeln.. oder Knoblauch. (...). Ah, nein das ist Fleisch." Danke.) und sitzen nun in unserem Hotel im Frühstücksraum und stoßen endlich an. Die Dachterrasse unseres können wir heute wegen des Jahrestages leider nicht nutzen. Aber hier haben wir es uns nun auch gemütlich eingerichtet.

In diesem Sinne: Prost und gute Nacht!















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